Privileg


Sportzeug

Der Donnerstag begann für mich mitten in der Nacht, und zwar alles andere als angenehm.

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich das Folgende teile, oder ob es unangebracht ist. Ich habe mich für ersteres entschieden, um vielleicht anderen, die ebenfalls betroffen sind, Mut zu machen und Optionen aufzuzeigen. Wovon redet der Mann?

Meine Herzrhythmusstörung hat mich gegen 23:30 Uhr geweckt; man nennt das Vorhofflimmern und es macht ü-ber-haupt keinen Spaß. Das erste Mal, als ich das Phänomen erlebte, hatte ich tatsächlich enorme Angst; mittlerweile habe ich die nicht mehr.

Die Erkrankung an sich ist nicht schlimm, man muss sie allerdings behandeln lassen. Im ersten Schritt bekam ich Medikamente, die das Flimmern unterdrücken sollen. Zusammen mit gesunder Lebensweise und dem Sport verringerte sie die Häufigkeit des Flimmerns.

Mittlerweile werden die Zeiträume, in denen das Herz flimmert, länger. Das ist, wie man sich vorstellen kann, nicht gut. Meine Therapie wird nun angepasst; ich bekomme die „Pill in the Pocket“, eine Pille, die man bei sich führt und bei Auftreten einnimmt – sie verkürzt das Flimmern auf circa eine halbe Stunde.

Bevor man diese Pille nehmen kann, werden einige Untersuchungen vorgenommen, die sicherstellen, dass man dem Herz nicht schadet. Sollte diese Therapie nicht mehr ausreichen und das Flimmern fortschreiten, steht eine OP an, die eine Stelle am Herzen verödet – so wird der Impuls des Flimmerns aufgehalten, zumindest in der Theorie.

Eben diese Pille habe ich in der Apotheke bestellt und werde sie morgen abholen. Nach dem Essen blieb ich auf der Couch. Mangels Schlaf und ob der Aufregung war ich kraftlos und müde. So schlief ich gegen frühen Nachmittag im Sessel ein und wachte gegen 22 Uhr auf, um ins Bett umzuziehen. Dort schlief ich bis 05:30 Uhr weiter. Mein Körper holte sich, was er benötigte.

Ich bin dankbar, dass das Flimmern von allein aufgehört hat, ich einen so guten Kardiologen habe und ich die Ruhe und den Schlaf bekommen habe, die nötig waren, damit ich mich erholen kann. Morgen darf und soll ich wieder Sport machen, das ist etwas, worauf ich mich freue – wie erwähnt, es ist ein Privileg, aktiv sein zu können.

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