Tinte


Fensterblick

Pflaumen in den Haferflocken, statt Zucker im Kaffee. Ich ließ mir zum Frühstück die Pflaumen aus dem Garten meiner Kollegin schmecken. So begann mein Tag lecker.

Beim Betrachten meiner 5D fiel mir auf, dass ich einen Objektivdeckel zu wenig habe. Ich bestellte Ersatz. Im nächsten Moment begann es, stark zu regnen und ein Gewitter zog auf. Da ich trocken zu Hause in der Wohnung sitzen konnte, empfand ich es als gemütlich.

Ich hatte am Vortag nichts zum Essen gekauft, und so musste ich zum Mittag mit dem Vorlieb nehmen, was ich im Kühl- oder Gefrierschrank hatte. Es gab Hühnerbrust mit Blumenkohlreis, Brokkoli und zweierlei Nudeln (Erbsen und Linsen) – erstaunlich lecker.

Die Zeit im Bärenherz verging zügig. Im Anschluss machte ich mich auf den Weg ins Fitnessstudio. Nach der Pause am Vortag musste ich nach zwei Jobs etwas mit dem inneren Schweinehund ringen, gewann aber ziemlich schnell.

Da ich schon einigermaßen kaputt war, machte ich je Übung nur drei Sätze. Die reichten aus, um mich ordentlich ins Schwitzen zu bringen. Da das Studio am Abend ziemlich leer war, fiel es mir nicht schwer, konzentriert zu bleiben.

Ich hatte danach das dringende Verlangen, mich zu belohnen. Daher hielt ich am Konsum um die Ecke und kaufte Salzbrezeln und zwei alkoholfreie Biere. Beides ließ ich mir, nach der Dusche, auf der Couch schmecken.

Ich sah mir ein Video von Peter McKinnon an, einem Fotografen und Unternehmer, dem ich folge. Er stellte seine Artist Roll vor, eine Rolle für Utensilien, die Künstler benutzen. Er verwendet sie, um sein Notizbuch, Stifte und andere Schreibwerkzeuge zu transportieren.

Das erinnerte mich an meinen Wunsch, eine Tasche für mein Bullet Journal zu nutzen. Den Gedanken präsent sah ich mich auf Amazon um – es war gar nicht so einfach, etwas Passendes, Günstiges zu finden, das mir gefällt.

Geworden ist es eine gewachste Leinwand-Tasche mit Reißverschluss, die neben dem Notizbuch auch noch Stifte und Zubehör beherbergen kann. Dabei blieb es nicht – Peter feierte seine Füller und Stifte so sehr, dass ich mich anstecken ließ.

Ich erinnerte mich an meine Grundschulzeit, in der ich ununterbrochen mit meinem Klassenkameraden Michael darüber im Wettbewerb stand, wer die schönere Handschrift hat. Regelmäßig verglichen wir unsere Noten und freuten uns sehr, wenn man selbst gewann.

Nach kurzem Zögern zuckte ich mit den Schultern und dachte: Warum eigentlich nicht? Und so befinden sich Füller, Konverter und verschiedene Tinten, sowie Löschpapier auch noch auf dem Weg zu mir. Mein Bullet Journal werde ich also demnächst mit Tinte schreiben!

Keiner der Artikel war teuer, und ich freue mich so sehr auf die Nutzung, als sei es etwas ganz Besonderes. Vielleicht ist sie das auch ein wenig – Zeit für sich nehmen, das Analoge und die Entschleunigung feiern.

Wie sagte Peter in dem Video: Die besten Dinge im Leben sind keine.

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